Conrad Ferdinand Meyer Stiftung
errichtet 1937

STATUT der Conrad Ferdinand Meyer-Stiftung

Am 16. Oktober 1936 starb in Kilchberg bei Zürich Frau Luise Elisabetha Camilla Meyer. Die Verstorbene hat in ihrem Testament vom 19. Dezember 1932 zum Andenken an ihren Vater, den Dichter Conrad Ferdinand Meyer (geb. 1825, gest. 1898), eine gemeinnützige Stiftung errichtet, die dazu dient, jüngeren im Kanton Zürich niedergelassenen Gelehrten, Künstlern und Schriftstellern die Förderung ihrer Arbeiten zu erleichtern. Für die Stiftung gelten die nachfolgenden Bestimmungen.

§ 1  Unter dem Namen Conrad Ferdinand Meyer-Stiftung besteht eine Stiftung zu gemeinnützigen Zwecken im Sinne der Art. 52ff. und Art. 80ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches.

§ 2  Der Stiftung wurden bei ihrer Errichtung Wertschriften im Schatzungswert von Fr. 300'000.-- als Stiftungsvermögen gewidmet. Die Erträgnisse der Stiftung, soweit sie nicht für die Zwecke der Stiftung ausgegeben werden, sowie später an die Stiftung durch Dritte erfolgende Zuwendungen, sind zum Stiftungskapital hinzuzuschlagen und unterliegen in jeder Beziehung den für das Stiftungsvermögen durch diese Urkunde aufgestellten Grundsätzen.

§ 3  Sitz der Stiftung ist Zürich. Der in § 6 hiernach vorgesehene Stiftungsrat ist jederzeit berechtigt, mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde, den Sitz der Stiftung an einen anderen Ort der Schweiz zu verlegen. Die Stiftung untersteht der Aufsicht der zuständigen Behörde.

§ 4  Zweck der Stiftung ist, jüngeren Gelehrten, Künstlern und Schriftstellern die Förderung ihrer Arbeiten zu erleichtern. Als Destinatäre der Stiftung kommen im Kanton Zürich niedergelassene Gelehrte, Künstler und Schriftsteller beiderlei Geschlechts in Betracht, ausnahmsweise können auch solche ohne Wohnsitz im Kanton Zürich berücksichtigt werden, falls eine enge Beziehung zum Kanton Zürich nachweisbar besteht. Für die Zwecke der Stiftung sollen nicht nur die Erträgnisse des Stiftungsvermögens, sondern schrittweise auch das Stiftungskapital Verwendung finden.

Die Verleihung des oder der Stipendien (Zuwendungen; auch Conrad Ferdinand Meyer-Preis genannt) erfolgt durch den Stiftungsrat. Der Stiftungsrat wird zur Erlangung geeigneter Vorschläge gemäss § 5 hiernach vorgehen. Es können höchstens drei Stipendien gleichzeitig verliehen werden. Ausnahmsweise kann auch die Zuwendung des ganzen Jahresertrages an einen einzigen Destinatär erfolgen.

Die in einem Jahre nicht beanspruchten Zinsen werden zum Kapital geschlagen.

Die Verleihung der Stipendien erfolgt ohne irgendwelche Auflagen über die Verwendung der Zuwendung und ohne Verpflichtung zur Rechenschaftsablegung. Die Auszahlung der Stipendien erfolgt durch das das Kapital verwaltende Bankinstitut (vergl. § 10 hiernach).

§ 5  Zum Zwecke der Ermittlung geeigneter Destinatäre ersucht der Stiftungsrat jeweilen im Sommer jeden Jahres die Universität Zürich, die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, die Zürcher Kunstgesellschaft, den Verband Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS), Zürich, die Zürcher Hochschule der Künste, Departement Musik, und eventuell weitere ihm geeignet erscheinende Vereinigungen mit wissenschaftlichen oder künstlerischen Zielen um Vorschläge. Der Vorsitzende des Stiftungsrates wird die eingegangenen Vorschläge mit den Mitgliedern des Stiftungsrates beraten. Der Stiftungsrat beschliesst über die Zuwendungen.

§ 6  Die Verwaltung und Geschäftsführung der Stiftung wird einem Stiftungsrat von drei Personen übertragen. Ihm gehören je ein von der Universität Zürich, der Zürcher Kunstgesellschaft und dem Verband Autorinnen und Autoren der Schweiz bezeichnetes Mitglied an. lhre Wahl erfolgt jeweils durch die Leitung dieser Institutionen, also durch den Rektor der Universität Zürich, den Präsidenten der Zürcher Kunstgesellschaft und den Vorstand des Verbands der Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS).

§ 7  Der Stiftungsrat beschliesst über die Vertretung nach aussen sowie über die Unterschriften, welche für die Stiftung gegenüber Dritten verbindlich sind.

Die Mitglieder des Stiftungsrates führen je zu zweien die rechtsverbindliche Kollektivunterschrift für die Stiftung. Die Mitglieder des Stiftungsrates sind ehrenamtlich tätig.

§ 8  Der Stiftungsrat hat insbesondere folgende Obliegenheiten:

a)  Beschlussfassung über alle Massnahmen zur Erreichung des Stiftungszweckes;

b)  Verwaltung des Stiftungsvermögens vorbehaltlich § 10 hiernach; Genehmigung der Stiftungsrechnung;

c)  Wahl einer geeigneten qualifizierten Kontrollstelle auf eine Amtsdauer von 3 Jahren;

d)  Abänderung der Organisation der Stiftung, wenn die Wahrung des Zweckes der Stiftung die Abänderung erheischt mit Zustimmung der zuständigen Behörde;

e)  Änderung des Zweckes der Stiftung im Einvernehmen mit der zuständigen Behörde, wenn die Erfüllung des ursprünglichen Stiftungszweckes unmöglich geworden ist.

§ 9  Der Stiftungsrat wählt einen Vorsitzenden, welcher die Sitzungen einberuft und leitet. Der Stiftungsrat entscheidet mit Stimmenmehrheit, bei Anwesenheit von nur zwei Mitgliedern mit Einstimmigkeit. Beschlüsse auf dem Zirkularwege in schriftlicher, telefonischer oder elektronischer Weise sind zulässig, bedürfen jedoch der Zustimmung aller Mitglieder. Über die Beschlüsse des Stiftungsrates ist ein Protokoll zu führen, das der Vorsitzende und der Protokollführer unterzeichnen. Der Protokollführer braucht nicht Mitglied des Stiftungsrates zu sein.

§ 10  Die Verwaltung des Stiftungsvermögens wird durch ein vom Stiftungsrat bestimmtes Bankinstitut wahrgenommen, das auf Anweisung des Stiftungsrates Leistungen der Stiftung ausbezahlt und darüber dem Stiftungsrat jährlich Rechnung ablegt. Es sorgt in Absprache mit ihm für eine möglichst sichere Anlage der Stiftungsgelder. Der Rechnungsabschluss erfolgt jeweils per Ende Jahr.

§ 11  Die Auflösung der Stiftung kann der Aufsichtsbehörde durch den Stiftungsrat vorgeschlagen werden, wenn die zur Verfügung stehenden Mittel die wirksame Förderung des Stiftungszweckes nicht mehr erlauben. Ein allfällig verbleibendes Vermögen ist einer Institution mit gleicher oder ähnlicher Zwecksetzung zuzuwenden. Ein Rückfall von Stiftungsmitteln an die Stifter und deren Rechtsnachfolger ist in jedem Fall ausgeschlossen. Die Zustimmung der Aufsichtsbehörde zur Aufhebung und Liquidation der Stiftung bleibt vorbehalten.

§ 12  Auf das vorliegende Stiftungsstatut und die dadurch begründeten Rechtsverhältnisse findet schweizerisches Recht Anwendung.

Diese Urkunde ersetzt diejenige in der Fassung vom 23. Januar 2003.

Zürich, 27. Juni 2014